Samstag, November 25, 2006

Hab ihn gefunden!

Ein seniler alter Mann, ist letzten Samstagabend (18.11) aus einem Altenheim in Århus abgehauen.
Muahaha, ganz Århus hat ihn gesucht. Die Nachrichten im Radio und Fernsehen haben sogar darüber berichtet. Die Polizei war das ganze Wochenende auf der Suche mit Streifenwagen und Helikoptern.
Die haben sogar Taucher in den Fluss geschickt um zu gucken ob er dort lag, weil irgendein Idiot dachte er hätte ihn dort in der Nähe gesehen.

ALLES FALSCH! Jaaa, absolut falsch! Er war in meinem Keller! Die ganze Zeit!
Ich bin Sonntagabend aus Deutschland zurückgekommen und habe mich gewundert warum das Licht im Keller an war und eine Zeitung samt Stofftaschentuch auf der Treppe lag. So faul wie ich bin hatte ich natürlich kein Bock dem weiter nach zu gehen und bin mit der Hoffnung, dass das Licht von selbst ausgeht und das Taschentuch einfach so verschwindet, ins Bett gegangen.

Am Montag war es immernoch da. Es war erst gegen Abend als ich mit dem Typen der über mir wohnt (Henry) zufällig in den Keller gegangen bin und entdecken musste, dass ein siebzig Jahre alter dehydrierter Mann mit vollgesabbertem Bart zusammengekauert unter offenem Fenster vor der Waschmaschine lag.

Ich habe daraufhin die Polizei gerufen (was in Dänemark nicht sehr einfach ist; in DK gibt es kein 110 sondern nur eine stinknormale 8 ziffrige nummer), weil die Leute bei 112 (ja 112 gibt es aber 110 nicht... WTF??) mir gesagt haben ich soll die Bullen rufen.

Das Telefonat mit jemandem beim Notruf verlief folgendermaßen (natürlich auf dänisch):
Ich: "Hi, ich habe hier einen älteren Herren in schlechtem Zustand bei mir im Keller liegen. Ich weiß nicht wie er reingekommen ist aber ich glaube er braucht dringend ärztliche Hilfe. Sieht aus als könnte er ein Obdachloser sein, außerdem reagiert er auf nichts und nuschelt nur Unverständliches vor sich hin."
Notruf: "Aha, und kennen Sie diesen Mann können Sie mir einen Namen geben?" (ein ganz heller Bursche)
Ich: "Nein."
Notruf: "Gut, dann rufen Sie bitte die Polizei an. Die wird alles weitere einleiten."
Ich: "Und das können Sie denen nicht einfach sagen?"
Notruf: "Es ist besser, wenn Sie das mit der Polizei regeln."
Ich: "Ok, können Sie mich weiterleiten."
Notruf: "Das ist leider nicht möglich."
(Zu diesem Zeitpunkt hatte ich absolute keine Lust mehr auf den Scheiß. Aber der Kerl tat mir richtig leid; kein Plan wo er ist, höllische Kopfschmerzen, völlig unterkühlt und dehydriert. Irgendwoher kennt man das ja...)
Ich: "OK, in dänemark erreicht man die Polizei auch unter 110 oder?"
Notruf: "Nein, rufen sie sechsundachtzig siebenundvierzig fünfunddreißig vierundneunzig an"
Ich: "Aha, können Sie das nochmal wiederholen."
Notruf: "Einen schönen Abend noch! *tuuuuuuut*"

Na vielen Dank Motherf***rs
Wie auch immer. Alles endete damit, dass die Feurewehr, ein Krankenwagen einer privaten Firma, ein richtiger Krankenwagen und die Bullen alle mit Rot-, Blau- und Gelblicht vor meiner Wohnung standen und der Typ endlich aus meinem Keller getragen wurde.
Dabei habe ich was neues dazugelernt: Es können mindestens 11 Menschen in dem kleinen Waschraum in meinem Keller sein!
Leider leider habe ich kein einziges Bild von mir und ihm zusammen gemacht. Hätte auf jeden Fall ziemlich geil ausgesehen. Am besten wie bei den Bildern von Leuten, die neben einem gesichtbemalten schlafenden Volltrunkenen sitzen und grinsen.

p.S.: Das Stofftaschentuch war übrigens seins und Henry meint es hat dort seit Sonntag nachmittag gelegen.

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